Datum: 17.9.2025
Etappe: von Saint Jean Maurice nach Pommieres Foretz
Gelaufen: 25 km
Reine Gehzeit: 7,5 h
Höhenmeter ↗️ 350 hm ↘️ 480 hm
Wetter: durchgehend sonnig und warm bei 25°
Wir frühstücken heute eine Kleinigkeit im Gite aus dem Rucksack, ehe wir den einzigen Berg des Tages gleich am Anfang in Angriff nehmen.
Es geht ordentlich bergauf. Zum Glück können wir auf der Hälfte des Berges, im Ort Bully, ein ordentliches Frühstück / Lunch einnehmen.
Die Location war ganz nach unserem Geschmack. Ein kleiner Supermarkt hinten im Eck, Postschalter, eine Bar mit schöner Kaffeemaschine und überaus freundliches Personal.
Wir rasten in dem Fall ziemlich ausgiebig und lange. Der Thunfisch Mexiko Salat war Weltklasse. Allein beim Anblick verdreht Sabine nur die Augen, aber mir schmeckt’s !
Gestärkt besteigen wir den restlichen Berg ohne Schwierigkeiten. Oben geht es Kilometerweit auf der Hochebene über Felder, zwischen Viehweiden hindurch und durch das eine oder andere kleine Dörflein und das Ganze bei strahlendem Sonnenschein und unschlagbarem Panoramablick über die Forez Ebene. Da hüpft das Pilgerherz.
Nach einem kurzen Abstieg gehts über die Forez Ebene erst mal 4 km parallel zur Autobahn. Wir unterqueren sie und kommen dann anschließend durch ein kleines Laubwäldchen.
Für die Touristen nett hergerichtet, kommt alle 100 m eine Tafel wo die Bewohner des Wäldchens beschrieben werden:
Insekten, Füchse, Ratten, Hirsche, Schwarzwild, Rehe, Feuersalamander,Wühlmäuse, Eichenbäume und tatsächlich auch Pilger. Ich lach mich tot.
Während wir uns noch darüber amüsieren, dass zwischen Ratten und Wühlmäusen auch Pilger leben, treten wir aus dem Wäldchen heraus und laufen an einer Kuhweide entlang.
Wie auf Kommando donnert plötzlich die gesamte Herde von circa 20 Stück im gestreckten Galopp auf uns zu.
Wir bleiben stehen, um uns das Schauspiel anzusehen. Dabei bleiben sie auch alle abrupt stehen und glotzen zu uns herüber.
Als wir uns wieder in Bewegung setzen, rennen Sie uns wieder hinterher.
Wir bleiben stehen, sie bleiben auch stehen. Es scheint Ihnen Spaß zu machen und uns sowieso auch. Das Ganze wiederholen wir circa 5-6 mal bis die Weide zu Ende ist.
Bald erreichen wir unseren Zielort „Pommiers Forez“.In der Pause haben wir bereits eine Übernachtung klargemacht. Um zu erfragen, wo die entsprechende Straße ist steuern wir die Touristen Info an. Die Dame sagt uns ungerührt, lediglich noch 7 km abseits des Weges. Da trifft uns doch uns doch fast der Schlag!
Die kompetente Dame hinterm Schalter ruft für uns bei der Unterkunft an, storniert sie und bucht statt dessen auf dem örtlichen Campingplatz - keine 500 m entfernt-den Pilgercontainer, welcher Gott sei Dank noch frei ist. Glück gehabt.
Keine 10 Minuten später sind wir da. Wir beziehen unseren Container und erhalten an der Rezeption leckeren „Fisch and Chips“.
Was für ein gelungener Pilgertag !!
Datum: 18.9.2025
Etappe: von Pommieres Forez nach Montverdun
Gelaufen: 17 km
Reine Gehzeit: 5 h
Höhenmeter ↗️ 70 hm ↘️ 0 hm
Wetter: durchgehend sonnig und warm bei 28°
Obwohl es ziemlich kalt ist, verlassen wir bereits um 8:45 Uhr unsere charmante Blechdose.
Statt im Zickzack durch Dörfer - wo es eh nichts gibt -beschließe ich, die wenig befahrene Umgehungsstraße zu benutzen. Ist etwas eintönig, spart aber ein paar Kilometer. In St. Etienne Le Molat stoßen wir wieder auf die reguläre Route. Entsprechend haben wir 4 km gespart.
Das Frühstück ist ausgefallen, deswegen gönnen wir uns ein kräftiges Mittagessen. Wir wählen des Tagesmenü in der netten Kneipe im Ort.
Nach den vier Gängen sind wir so Papsatt, dass wir im Grunde keinen Schritt mehr gehen können. Doch es hilft ja nichts, nach 1,5 Stunden geht’s weiter.
Bereits nach kurzer Zeit sehen wir unser heutiges Tagesziel hoch oben auf dem Berg: Die Ruinen eines ehemaligen Benediktinerklosters.
Zunächst passieren wir ein herrschaftliches Chateau mit schönen Gärten, die wir durchwandern. Nach circa 4 km erreichen wir unseren Zielort Montverdun.
Noch einmal kräftig durchschnaufen und dann geht’s hinauf zum Kloster.
Auf den ersten Blick besteht die gesamte Anlage eigentlich nur aus Ruinen, lediglich die Kirche ist gut erhalten. Küche und Schlafräume sowie die Waschräume sind verteilt in die Ruinen eingebaut worden. Hoch interessant.
Ab dem 13. Jahrhundert wurde das Priorat im Kloster mit 20 Mönchen zu einem der wichtigsten Orte in Forez. Auch wirtschaftlich war es von großer Bedeutung.
Holzwirtschaft und Weinbau wurde betrieben, sowie unschätzbare Monument hinterlassen.
Ab 1870 wurde das Kloster anderweitig genutzt. Als Schule, landwirtschaftliche Gebäude und Wohnungen. 1875 wurde es in Brand gesetzt. Zehn Jahre später wieder neu aufgebaut. Um dann, in 1925 , wieder demontiert zu werden.
Heute dient die Anlage als Touristenmagnet und Gruppenunterkunft. Die Kirche war die ganze Zeit in Betrieb, bis zum heutigen Tag. Sie beherbergt das Reliquienkästchen, des Heiligen Porclaire, der auf der Flucht von den Sarazenen hier Zuflucht gefunden hatte, sie spürten ihn allerdings auf, und er starb den Märtyrer Tot.
Unser Schlafraum ist im Gewölbekeller untergebracht. 6 Betten und alle sind belegt.
Ich befürchte, dass es heute da unten ziemlich kalt wird.
Jetzt gibts noch Spaghetti mit Tomatensoße, dann werden wir sehen, wie die Nacht so wird.
Datum: 19.9.2025
Etappe: von Montverdun nach Montbrison
Gelaufen: 18 km
Reine Gehzeit: 5 h
Höhenmeter ↗️ 100 hm ↘️ 100 hm
Wetter: durchgehend sonnig und heiss bei 31°
Nach einer guten Nacht im Gewölbekeller stehen wir als letzte der sechs Mann Gruppe auf.
Wieder meiner Befürchtung war es kein bisschen kalt heute Nacht.
Sabine richtet uns noch ein kleines Frühstück in der Küche, holt schnell das Geschirr aus dem Schrank und schwupp - springt die Katze auf den Tisch und klaut unser letztes Stück Käse. Hajajei und dabei soll man noch Tierfreund bleiben.
In dem Fall gibt’s halt nur Marmelade zum Baguette.
Wir können uns nur schwer von unserer schönen Unterkunft trennen, aber dennoch gehen wir um 9:45 Uhr los.
Während des Abstiegs schauen wir immer wieder zurück. Wirklich schön und einzigartig. In einer Ruine haben wir wirklich noch nie übernachtet!
Im Dorf angekommen, haben wir die Wahl zwischen der Bergroute und der easy Going Route über den Radweg. Die Strecken sind ungefähr gleich lang, die Berg-Route ist sicherlich die schönere aber auch die beschwerlichere, allerdings. mit Landschaften und Ausblicken.Dennoch entscheiden wir uns einstimmig für die einfachere Radroute.
Im Ort Champdieu stoßen die Routen zusammen. Sabine schwächelt heute gewaltig, deswegen ist jetzt eine größere Pause von Nöten.
Im ersten Restaurant werden wir abgewiesen, da wir nur eine Kleinigkeit essen wollen und nicht das Tages/ große Menü wählen. Vielleicht hat aber auch unser Erscheinungsbild nicht gefallen.
Wir gehen also weiter bis zur örtlichen Bäckerei und kaufen uns verschiedene Getränke, zwei Café au Lait, Schoko-Croissant und Apfelkuchen.
Das ganze verzehren wir auf einer Parkbank im Stadtgarten.
Er ist sogar ein kühles Mäuerlein im Schatten vorhanden, wo Sabine einen kurzen Powernap abhalten kann.
Im Grunde habe auch ich die Pause dringend gebraucht, es ist wirklich heiß und windstill heute. Obwohl es uns nach der Pause besser geht, bleiben wir auf dem Radweg. Dieser führt uns durch Wohnsiedlungen und Vororte direkt ins Zentrum.
Montebrison ist die Hauptstadt von Forez und hat 16.000 Einwohnern.
Eine Hauptstadt stelle ich mir vielleicht etwas größer vor, aber es gibt alles, was wir brauchen.
Wir steuern geradewegs auf die Touri-Information zu, um eine Bleibe zu organisieren.
Das junge Fräulein reserviert uns eine Pilgerunterkunft in der Innenstadt auf Spendenbasis. Gleichzeitig zeigt sie uns noch auf dem Stadtplan, wo Bankomat und Wachsalon zu finden sind. Zudem gibt’s auch noch den Stempel in unser Credenzial. Einwandfreier und freundlicher Service !
Keine 500 m später sind wir bei unserer Unterkunft im Haus einer älteren Dame.
Sie hat im Haus nebenan eine Wohnung, die sie momentan renoviert und für Pilger auf Spendenbasis zur Verfügung stellt.
Es gibt Schlafzimmer und Bad. Die Küche ist leider noch nicht fertig.
Nach dem Duschen machen wir uns gleich auf den Weg in die Innenstadt zum Waschsalon. Dabei besichtigen wir auch gleich die Kollegialstift-Kirche mit ihrem viel zu großen Glockenturm. Dadurch soll sie imposanter wirken' als sie eigentlich ist.
Im Waschsalon ist eine der kleinsten Maschinen mit 9 kg ist frei und WLAN gibt es gratis dazu.
Lediglich mit dem Waschgelspender haben wir unsere Schwierigkeiten - was im Grunde ja der Job von Sabine ist, aber selbstverständlich helfe ich ihr mit meinem Fachwissen aus.
Beim Rückweg vom Waschsalon kommen wir an einem Supermarkt vorbei, wo wir unsere Vorräte aufstocken.
Vollbepackt geht’s zurück zur Unterkunft, alles wird abgelegt und auf geht’s zur Barmeile zum Fisch & Chips essen. Zum Nachtisch gibt’s noch einen Nutella Crêpes. Lecker-schmecker.
Datum: 20.9.2025
Etappe: von Montbrison nach Le Chapelle en Lafaye
Gelaufen: 18 km
Reine Gehzeit: 6 h
Lieferwagen Transfer: 6 km
Höhenmeter ↗️ 600 hm ↘️ 0 hm
Wetter: durchgehend sonnig und heiss bei 31°
Wir stehen ziemlich früh auf und schlendern noch ein bisschen über den Markt, wo wir auch unser Frühstück einnehmen. Zunächst geht’s dann zügig los, erst flach aus der Stadt hinaus.
Im Tagesverlauf wird das Gelände im steiler, der Gegenwind immer stärker und die Temperatur steigt stetig an.
Wir passieren ein paar kleinere Dörfer wo wir auch immer pausieren. In jeder Pause versuchen wir, für heute Abend eine Übernachtung zu bekommen.
Zwischen zwei Dörfern bekomme ich einen Hungerast, muss stehen bleiben und Brot und Wasser zu mir nehmen. Mann, Mann, Mann, sowas hatte ich noch nie.
Obwohl wir wissen, dass in unserem Zielort Marols eine größere Veranstaltung stattfindet, und alle Betten belegt sind, laufen wir voller Optimismus dorthin.
Im Grunde aus Mangel an Alternativen.
Bei unserer Ankunft tragen wir am Ortseingang einer Organisatorin der Veranstaltung unser Anliegen vor. Sie platziert uns auf einem Steinbänkchen und kontaktiert den Ortsvorsteher - Jaques.
Dieser setzt sofort alle Hebel und Kontakte in Bewegung, um für die zwei Pilger aus Deutschland für die heutige Nacht eine Unterkunft zu bekommen.
Zwischenzeitlich kümmern sich bestimmt vier Leute um uns und unser Wohlergehen.
Nach circa 30 Minuten erklärt er uns, er hat eine Unterkunft in einem Gite in der Umgebung gefunden, der ist aber zu weit weg, als dass wir jetzt noch hinlaufen können. Es ist bereits 17:45 Uhr und es wären noch 6 weitere Kilometer steil bergauf mit 400 Höhenmetern.
Er bietet an, uns in seinem Renault Kangoo Transporter extra large dorthin zu bringen.
Sabine sitzt vorne bei Jaques auf dem Beifahrersitz während er ununterbrochen auf Französisch auf sie einquasselt. Sie macht ein gescheites Gesicht und sagt immer nur oui, oui, no, no versteht dabei aber kein einziges Wort, während ich ihn entgegengesetzter Fahrtrichtung auf der Ladefläche sitze, fast alles verstehe, aber dafür nichts sehe.
Es geht Serpentinenmässig nach oben, bis wir schließlich im Ort „La Chapelle en Lafayet“ ankommen.
Das ist sensationell, es handelt sich um den nächsten Ort auf unserer Route.
Kochen können wir auch, wir haben ja gestern genügend Vorräte eingekauft.
Es sitzen 3 Fusspilger und 2 Radfahrer am Tisch.
Wenn wir dem Wetterbericht glauben schenken dürfen, steht uns für morgen ein extremer Wetterumschwung bevor. Oh nein!
Datum: 21.9.2025
Etappe: von Le Chapelle en Lafaye nach Usson-en-Forez
Gelaufen: 14 km
Reine Gehzeit: 4,5 h
Wetter: bewölkt, Starkregen, Hagel, Gewitter, Regen, Dauerregen bei 18°
Ziemlich früh gehen wir los, da es später regnen soll.
Bis Kilometer 7 gehen wir noch trockenen Fußes, aber die Wolken werden immer dichter und schwärzer. Zudem hört man bereits Donnergrollen in der Ferne.
Gerade als wir im Freien Gelände sind, entleert sich das Gewitter mit Blitz, Donner und Hagel volle Kanne. Deshalb gibt es nur wenig Bilder von unterwegs, es ist schlichtweg unmöglich.
Binnen kürzester Zeit sind wir pitschnass, die Schuhe voller Wasser und die Wege sind zu reissenden Bächen geworden.
Die einzigen, die sonst noch bei diesem Wetter unterwegs sind, sind die Jäger, und die brechen gerade ihre Jagd ab.
Unweit von einem Drückjagdbock unter dem einzigen Baum im Gelände steht Jemand mit einem grünen Poncho. Ich denke noch - wow, wieso hat der Jäger keine Signalweste an?
Es ist unser Mit-Pilger von letzter Nacht, der eine halbe Stunde vor uns los ist und den wir mittlerweile eingeholt haben.
Also, nur Franzosen stehen bei Blitz und Donner unter einen Baum, um Schutz zu suchen. Unter den einzigen Baum im freien Gelände……
Zu dritt laufen wir weiter durch den strömenden Regen, immer bergab. Keiner sagt ein Wort. Man muss höllisch aufpassen, dass man nicht auf den rutschigen und nassen Wurzeln und Steinen ausrutscht. Zumindest blitzt und donnert es mittlerweile nicht mehr.
Wir beschließen im Ort Usson-en-Forez zu bleiben, während unser Mitpilger noch weitere 12 km gehen muss, da er dort in einer Herberge fest gebucht hat.
Es hat einfach immer Vor- und Nachteile, wenn man alles vor reserviert.
Er gönnt sich nicht mal eine Pause, sondern geht gleich weiter, während wir die örtliche Bar ansteuern. Jetzt merken wir erst, dass wir völlig durchnässt sind und jetzt wird uns auch langsam kalt.
Da es hier nur Getränke gibt, bestellt Sabine schon mal den Kaffee, während ich zurück zur nahe gelegenen Bäckerei laufe um ein paar Teilchen zu holen.
Während der Bestellung komme ich mit der Verkäuferin ins Gespräch und frage sie gleich nach einer Bleibe. Sie kennt tatsächlich jemand, der eine Ferienwohnung am Ortsrand betreibt, ruft dort an und reserviert auch gleich für uns.
Entsprechend habe ich das Einkaufssortiment vergrößert und nehme auch noch Nudeln, Baguette, Käse, Bonduell Erbsen und Dosen Leberwurst mit. Danach laufe ich zurück zur Bar um Sabine abzuholen.
Während wir zusammenpacken, fährt bereits unser Privat Taxi vor: Die Putzfrau der Bäckerei hat gerade Feierabend und fährt uns direkt zur 1,5 km entfernten Ferienwohnung.
Wir freuen uns über diesen unerwarteten Service, da es immer noch wie aus Kübeln regnet.
Die Ferienwohnung ist klein, aber fein, verfügt über ein Schlafzimmer, Küche, TV, WLAN, Waschmaschine und Schuhtrockner. Da macht es auch nichts, dass es kein Bettzeug gibt (Man war nicht auf Gäste eingerichtet). Wir haben ja unsere Schlafsäcke dabei.
Nach dem Waschen unserer Wäsche lässt sich die Waschmaschine nicht mehr öffnen. Ich gehe schnell zum Hausherrn und bitte ihn um Hilfe. Er kommt sofort mit Hammer und Meißel und öffnet die Maschine mit Gewalt. Das war meines Erachtens nicht nötig, aber immerhin kommen wir so wieder an unsere Wäsche.
Während Sabine den Kaffeetisch richtet, stopfe ich unsere klatschnassen Schuhe noch mit Zeitungspapier aus. Nach guter alter Manier.
Wir trinken Kaffee und essen unsere feinen Teilchen aus der Bäckerei und dazu noch Leberwurstbrot.
Danach schmieden wir einen Plan für morgen, da das Wetter so ähnlich sein wird wie heute. Es ist angedacht, eine kurze Etappe zu gehen und schon jetzt zu schauen, wo wir übernachten können.
Heute Abend gibt’s noch Nudelhörnchen mit Brokkoli-Sauce, dazu eine Dose Erbsen und Thunfisch in Öl.
Nach Le Puy, unserem Minimalziel sind es noch circa 60 km. Und wir haben immer noch keinen Ruhetag gemacht. Es hat sich einfach noch nicht ergeben, und es war bis jetzt auch noch nicht unbedingt notwendig.
Datum: 22.9.2025
Etappe: von Usson-en-Forez nach Chomelix
Gelaufen: 21 km
Reine Gehzeit: 7 h
Höhenmeter ↗️ 200 hm ↘️ 200 hm
Wetter: Nieselregen, bewölkt, Sonnenschein bei frischen 15°
Gestern haben wir für heute einen genialen Plan ausgeheckt.
Für dem Fall, dass es heute wieder Dauerregen gibt, haben wir eine kleine Ecke über Crabonne sur Azon (was eigentlich nicht am Weg liegt, aber wo es übernachtungsmöglichkeiten gibt) eingebaut.
Somit könnten wir nach 10 km die Etappe beenden und am nächsten Tag weiterlaufen.
Wir müssen eh auf der Straße gehen, da der reguläre Weg nicht begehbar ist. In dem Fall ist die „Ecke“ also kaum ein Umweg.
Nach dem Aufstehen schauen wir aus dem Fenster: Regen
Keine Panik. Wir machen erst mal ein kräftiges Frühstück mit Spiegelei und Bratapfel. Dazu leckeren Früchte Tee mit Honig.
Anschließend packen wir wenig motiviert zusammen. Immerhin sind alle Kleidungsstücke samt Schuhe trocken, das ist schon mal die halbe Miete- richtig viel Wert.
Wir sind mit dem Packen gerade fertig, da streckt unsere Gastgeberin ihren Kopf zu unserer Türe hinein und fragt, ob sie uns mit ins Zentrum nehmen darf, da sie eh zum einkaufen fährt. Wunderbar, 1,5 km weniger im Regen !
Sie setzt uns an der Bar von gestern ab. Dort können wir unter dem Dach die Rucksäcke aufschnallen und unsere Regenponchos überziehen.
Wir laufen los, und bereits am Ortsausgang lässt der Regen etwas nach und die Sonne versucht, durch die Wolken durchzukommen, mit dem Ergebnis: Ein schöner Regenbogen tut sich vor uns auf.
Laut Sabines philosophischer Interpretation können wir jetzt beruhigt in den Tag starten.
Tatsächlich hört der Regen nach und nach auf. Hin und wieder nieselt es nur noch ein bisschen. Wir sind nach wie vor auf knapp 1000 m. Entsprechend frisch ist die Temperatur.
In Craponne angekommen, setzen wir uns zum Lunch in ein kleines Café, um das weitere Vorgehen zu besprechen und um uns aufzuwärmen.
Da das Wetter am Nachmittag immer besser werden soll, beschließen wir, weiter zu gehen nach Chomelix, zu unserem ursprünglichen Etappenziel.
Allerdings mit der Voraussetzung, dass wir dort eine Unterkunft finden.
Via Booking werden wir fündig und buchen uns im Ort eine Ferienwohnung.
Es sind zwar weitere 10 km, aber die schaffen wir locker, da es erst 12:30 Uhr ist und nur wenige Steigungen zu bewältigen sind. Zudem bleiben wir auf der Straße, wo wir den Radweg nutzen können.
Wir kommen zügig voran, vorbei an Sägewerk, verschiedenen Holzlager Plätzen und einem kleinen Industriegebiet mit rauchendem Schornstein. Landschaftlich jetzt nicht unbedingt der Börner, aber dafür gut begehbar.
Im Zielort angekommen, finden wir dank einer Passantin unsere Location in einer kleinen Ferienhaussiedlung am Ortsrand und klopfen kräftig an die Türe der Betreiberin.. Unsere Vermieterin öffnet das Fenster im Bad mit Handtuch- Turban auf dem Kopf und meint: „Es geht nur noch 2 Minuten.“ Sie steht gerade noch unter der Dusche.
10 Minuten später führt sie uns in den zweiten Stock und zeigt uns unser schönes Studio.
Nach unseren üblichen Pilgeraufgaben WDE ( waschen, duschen, einrichten ) gehen wir zum Auslaufen in den nahen Ortskern mit Hotel, Restaurant, Laden, Bäckerei, Rathaus und Kirche - leider alles geschlossen, bzw. nur am Vormittag geöffnet.
Bei unserer Rückkehr zur Unterkunft steht unsere Wirtin bereits mit einem Korb voller Lebensmittel und dem WLAN Code an der Türe und verkauft uns das, was wir haben möchten.
Der Abend ist gerettet.
Datum: 23.9.2025
Etappe: von Chomelix nach St. Paulien
Gelaufen: 16 km
Reine Gehzeit: 5 h
Höhenmeter ↗️ 250 hm ↘️ 350 hm
Wetter: Nieselregen, bewölkt, bei 8-12°C
Bei Nieselregen und 8° C starten wir früh um 9:00 Uhr los.
Es ist wirklich richtig kalt, deswegen gehen wir von Anfang an zügig.
Da wir nach dem erneuten Regen von letzter Nacht nicht sicher sind, wie die Wege aussehen, benutzen wir vorsichtshalber heute noch mal den Radweg.
Trotz stetiger Steigung kommen wir gut voran. Nach 5 km freuen wir uns bei der ersten Bar im Ort Bellevue la Montagne auf einen heißen Tee oder Kaffee und gehen in die warme Stube.
Leider muss uns die Madame enttäuschen, es gibt weder Tee noch Cafe, noch können wir die Toilette benutzen. Durch die Unwetter der letzten Tage hat es wohl eine Leitung verjackt.
In dem Fall weichen wir auf O-Saft aus, dazu ein frisches Baguette mit dem übrigen geräucherten Schinken von gestern.
Trotz allem ist es gemütlich, zumal die Gendarmerie einen kurzen Check Up durch die Location macht und jeden fragt, was er hier macht. Mit unserer Antwort sind Sie zufrieden. Mit einem anderen Gast gehen Sie allerdings ins Nebenzimmer und verweilen ziemlich lange dort.
Wir haben unseren Aufenthalt ein wenig in die Länge gezogen, bis wir wieder richtig aufgewärmt sind.
Im Anschluss geht’s einen längeren Anstieg bis auf über 1.000 m hoch. Je höher wir steigen, desto kälter wird es - logisch.
Am höchsten Punkt bleiben wir kurz stehen, genießen den Ausblick und mache 2-3 Bilder. Dann nichts wie weiter, zum längeren Stehen bleiben ist es zu kalt.
Es folgt ein Abstieg von über 200 hm bis in unseren Zielort St. Paulinen.
Anscheinend gibt es hier die Tradition der schwarzen Schafzucht. Allerdings haben wir keine gesehen, nur zwei Esel.
Im Ort geht’s zum einzigen Hotel, um nach einem Zimmer zu fragen.
Alles ausgebucht, ebenso wie die örtliche Pilgerberge. Wir setzen uns erstmal in die warme Hotelbar, um unsere Optionen auszuloten.
Diesmal bekommen wir Hilfe von der Servicekraft. Sie kennt einen Bauernhof der Gästezimmer für Pilger zur Verfügung stellt. Allerdings außerhalb irgendwo hoch oben auf dem Berg, in östlicher Richtung, nicht auf dem Weg liegend.
Sie arrangiert für uns, dass der Bauer uns abholt. Nach 1 Stunde fährt er vor.
Er lädt uns ein, geht noch kurz zum Einkaufen in den Supermarkt und zum Baummarkt und fährt dann mit uns gefühlt bis zum Ende der Welt - wiederrum auf knapp 1.000 m, bis zu seinem Hof.
Wir haben keine Ahnung, wo wir sind. Macht aber nichts, denn er hat uns angeboten, uns morgen früh wieder am Hotel abzusetzen.
Auf dem Hof erhalten wir ein kleines Kämmerlein mit einer Deckenhöhe von 1.80 m, gut, dass wir nicht so groß sind. Das Bad teilen wir uns mit der Familie.
Besonders reizend ist die Bettwäsche mit kleinen Kühen drauf.
Wir rasten 1 Stunde, ehe wir um 19.30 Uhr zum 4 Gang Abendessen gerufen werden.
Einfach, aber lecker. Es ist sehr lustig, obwohl die Konversation schwierig ist.
Vor drei Jahren ist der Bäuerin Jeanine Geschirr runtergefallen, seither spricht sie kein Wort mehr. ( ein Traum für alle Ehemänner ) Dafür spricht Jeano, ihr Ehemann umso mehr, leider aber kein Englisch. Der wortkarge Stallknecht verabschiedet sich nach dem dritten Gang.
Um 22.00 Uhr, sagt Jeano: „Es ist nun alles gesagt. Gute Nacht.“
Wir haben verstanden.
In dem Fall gehen wir jetzt dann halt alle ins Bett.
Um 10:00 Uhr ist morgen früh Abfahrt, für das Frühstück sollen wir 1 Stunde einplanen.
Datum: 24.9.2025
Etappe: von St. Paulien nach Le Puy en Valley
Gelaufen: 21 km
Reine Gehzeit: 6 h
Höhenmeter ↗️ 250 hm ↘️ 350 hm
Wetter: Nieselregen, bewölkt, bei 8-12°C
Leicht verspätet kommen wir heute Morgen um 9:00 Uhr zum Frühstück.
Es ist schon alles gerichtet unsere Gastgeber haben nur noch auf uns gewartet.
Im Anschluss packt uns Bauer Jeano in sein Auto und fährt mit uns über sein gesamtes Anwesen. Sämtliche Felder ( Mais, Sonnenblumen, Linsen ) und Viehweiden werden abgeklappert, und zum Schluss fährt er tatsächlich mit dem Auto mitten durch den Kuhstall.
Er teilt uns mit, dass er den Betrieb bereits vor geraumer Zeit an seine Tochter und seinen Schwiegersohn übergeben hat und erklärt uns, wie so ein Großbetrieb mit mit über 300 Stück Vieh funktioniert.
Alles ist voll automatisiert und computergesteuert.
Die Bewässerung, die Melkstände und die Futteranlagen.
Die dazu benötigte Energie wird aus der hofeigenen Biogasanlage bezogen.
Wirklich hochinteressant.
Zum Schluss schauen noch bei den erst wenigen Tage alten Kälbchen vorbei, ehe wir zurück nach St. Paulian fahren, wo er uns direkt an der Strecke absetzt.
Hier schenkt er mir noch ein Kilo Säckchen Linsen aus dem hauseigenen Anbau, dass ich nun die restlichen Tage stets mit tragen darf. Vielen Dank.
Jetzt geht’s endlich zurück auf die Strecke mit Ziel Le Puy.
Wir wählen heute wieder die ausgewiesene Pilgerstrecke und hoffen, dass die Wege einigermaßen abgetrocknet sind.
Es läuft sich ganz gut, nur ein kurzes Stück ist nach wie vor komplett unter Wasser.
Wir schlüpfen durch den Stacheldrahtzaun und weichen so auf das angrenzende Feld aus.
Nach 10 km erreichen wir Polignac mit seiner spektakulären Burganlage oben auf dem Felsen. In einer kleinen Bar legen wir eine Pause ein.
Die Küche hat bereits geschlossen, es gibt nur Getränke. Somit essen wir unsere allerletzten Vorräte aus dem Rucksack.
Im Anschluss muss noch der letzte Berg überwunden werden, und hier sehen wir tatsächlich auch noch einige der schwarze Schafe, die hier in der Region gezüchtet werden. Dann geht’s nur noch abwärts nach Le Puy, ein wahrer Meilenstein auf unserer Reise an die Pyrenäen.
Bereits von oben sehen wir die Michaeliskirche, die hoch oben auf dem Felsen gebaut ist, und die imposante Marienstatue auf dem Felsen daneben. In der Stadt angekommen, holen wir uns als erstes den Stempel auf der Touristinformation sowie eine Empfehlung für ein Hotel.
Wir landen im vier Sterne Hotel Regina, wo ich als erstes in die Sauna gehe, während Sabine in die Lavanderia gegenüber geht. Sie muss sich sputen, um 19.00 Uhr schließt sie.
So geht jeder seinem Hobby nach.
Heute Abend geht’s fein Essen, hoffentlich Fleisch oder Fisch, und morgen steht dann Sightseeing auf dem Programm.
Datum: 25.9.2025
Etappe: Le Puy en Valley
Gelaufen: 5 km
Reine Gehzeit: 6 h
Höhenmeter ↗️ 250 hm ↘️ 350 hm
Wetter: Nieselregen, bewölkt, bei 8-12°C
Heute ist Ruhetag mit Sightseeing angesagt.
Trotzdem stehen wir bereits um 9:00 Uhr auf und gehen zum Frühstücksbuffet.
Wir essen fein und trinken mehrere Cappuccini, sitzen bis 11:00 Uhr im gemütlichen Frühstücksraum und schmieden unseren Plan für die restliche Urlaubszeit.
Ein fortsetzten des Jacobsweges erscheint uns nicht möglich, da die folgenden 6 Etappen durch das Zentralmassiv auf über 1.200 m führen, entsprechend sind die Temperaturen sehr niedrig, um die 8° C. Das ist uns einfach zu kalt.
Deshalb brauchen wir eine Planänderung:
Wir beschließen für diesmal den Jakobsweg in Le Puy zu beenden um dann beim nächstes Mal hier wieder einzusteigen.
Erstens ist die Stadt mit dem Zug gut erreichbar, und zweitens ist es ein schöner Ausgangspunkt für die nächste Pilgerreise. Zumal hier die Via Cluniacensis endet und die Via Pdiensis beginnt. Die Pilger werden in der Kathedrale Notre Dame über eine Pilgertreppe nach einem Gottesdienst um 7.00 Uhr richtig gehend ausgesendet.
Zurück zu unserem Plan:
Wir werden morgen mit dem Zug ins 540 km südlich gelegene Pau fahren, um dann zu Fuß in 3-4 Etappen nach Lourdes zu laufen. Dieser Abzweig wäre für die nächste Reise mit eingeplant gewesen, doch in dem Fall machen wir ihn halt jetzt schon.
Somit können wir dann nächstes Mal daran vorbeilaufen.
Auch die Rückreise ist relativ einfach zu händeln, da es von hier aus eine Fluganbindung nach Basel gibt.
Jetzt sind wir erst mal fix und fertig und müssen nochmals ein bisschen schlafen.
Um 13:00 Uhr machen wir uns auf den Weg, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu besichtigen.
Auf dem Weg zur Marienstatue kommen wir am Bahnhof vorbei, wo wir uns gleich die Zugtickets für morgen besorgen.
Die 16 m hohe Statue, auf einem Vulkanfelsen stehend, ist im Jahr 1860 aus 231 geschmolzenen Kanonen, die im Krim-Krieg erbeutet wurden, gegossen und eingeweiht worden. Man erreicht sie über 200 Treppenstufen. Von oben hat man einen grandiosen Rundumblick über die Stadt.
Rechts davon, ebenfalls auf einem Vulkanfelsen, steht die Kapelle San Michel.
Sie wurde 961 dem ersten französischen Pilger, der Santiago erreicht hat, gewidmet.
Eigentlich wollen wir ebenfalls hinaufsteigen, doch in diesem Moment beginnt es zu regnen, und wir flüchten uns lieber in die Kathedrale Notre-Dame.
Hier treffen wir auf zwei norwegische Pilgerinnen die in diesem Moment angekommen sind und jetzt noch die erste Etappe von 16 km gehen möchten. Wohl gemerkt, es ist bereits 15:00 Uhr und sie haben 450 Höhenmeter zu bewältigen, Und das bei Regen und Kälte. Entweder sind die zwei Mädels super Athleten oder wir sind zwei Weicheier.
Wir verweilen ziemlich lange in der Kathedrale. In der Mitte des Kirchenschiffs schließt gerade die Pilgertreppe welche die Pilger nach dem Gottesdienst auf den Weg entlässt. Nur Pilger dürfen die Kirche auf diesem Weg verlassen, alle anderen müssen durch das Westportal. Wir besichtigen noch etliche Statuen und Gemälde, besuchen die Sakristei und tragen uns in das Buch der Ankömmlinge ein.
Anschließend suchen wir noch die schwarze Madonna, die wir im Altarraum finden.
Sie wurde einst von einem ägyptischen Sultan dem Bischof von Le Puy geschenkt und stellt eine ägyptische Göttin dar.
Es ist allerdings nur eine Kopie, die echte Madonna ist während der französischen Revoution verbrannt worden.
Im Anschluss verlassen wir die Kathedrale also durch das Westportal und treffen hier tatsächlich nocheinmal auf den französischen Pilger, den wir nahezu jeden Tag irgendwo einmal getroffen haben. Auch er beendet hier seinen Weg und wir verabschieden uns herzlich voneinander.
Bei nachfassendem Regen schlendern wir durch die labyrintartigen Gässchen der Altstadt, besuchen den Pilgersammelplatz „Place du Plot“ sowie den alten Viehmarkt.
Auf dem Weg zurück ins Hotel, kaufen wir noch kräftig Proviant für heute Abend und Morgen ein. Wir vespern in unserem Zimmer, da wir keine Lust haben, bei diesem schlechten Wetter noch einmal raus zu gehen.
Nach einem kurzen Zwischenschläfchen räumen wir noch unser Chaos im Zimmer auf und packen schonmal etwas zusammen, morgen gehts um 7 Uhr zum Frühstück und anschließend gleich zum Bahnhof.
Datum: 26.9.2025
Anreise nach Pau
Zug: 540 km
Reine Gehzeit: 1 h
Höhenmeter ↗️ 30 hm ↘️ 0 hm
Wetter:
Le Puy: 8 Uhr Nieselregen, bewölkt, bei 12°C
In Pau: 20 Uhr 18 °C
Gleich nach dem Frühstück wird unser gestern geschmiedeter Plan in die Tat umgesetzt.
Wir laufen zum Bahnhof und um 8 Uhr fährt unser Zug los.
Etliche andere Pilger treten von hier aus ebenfalls die Abreise an.
Wir fahren mit einer völlig überfüllten Bummelbahn den ersten Abschnitt nach Arvant. Dieser Ort ist definitiv das Ende der Welt. Wir können uns nicht vorstellen, dass hier jemals noch ein Zug vorbeikommt.
Menschenleere Straßen, 5 Häuser, 1 Bahnhof und das war’s.
Tatsächlich kommt auf die Sekunde genau die nächste Bummelbahn, die uns in 5 Stunden nach Toulouse bringt.
Das hatten wir uns allerdings anders vorgestellt. Getränkeservice, Bistrowagen, WLAN und Steckdose am Platz. Nichts von alledem gibt es hier. Und nach 4 Stunden droht auch noch mein Handy auszugehen. Somit kann ich nicht mehr Skat spielen, was für ein Desaster!
In Toulouse angekommen, nutzen wir die knappe Stunde Aufenthalt um mein Handy aufzuladen, und hastig ein Stück Pizza zu essen. Immerhin ist es hier deutlich wärmer, und die Sonne scheint.
Der Zug von Toulouse nach Pau, in den wir kurze Zeit später einsteigen, ist nicht voll, sondern brechend voll.
Zum Glück gibt’s eine Steckdose am Platz, so dass das Skatspielen für die nächsten 3 Stunden gerettet ist.
Wir erreichen Pau bei Dunkelheit. Die Stadt steht senkrecht über dem Bahnhof.
Oha, jetzt müssen wir doch noch einen Anstieg bewältigen. Wir könnten auch die Standseilbahn benutzen, die den beträchtlichen Höhenunterschied zwischen Bahnhof und historischer Altstadt überwindet. Sie funktioniert voll automatisch aber wir wissen nicht genau, wie’s geht. Deshalb nehmen wir einfach die 3-4 Serpentinen unter die Füße.
Oben angekommen, finden wir schnell unser gebuchtes Hotel und checken ein.
Danach geht’s sofort in die erst beste Bistrobar wo wir Steak, Salat und Pommes essen.
Lecker !