Tag 11
Datum: 2.11.2024
Etappe: Sightseeing in Fatima und Nazaré
Gelaufen: 7 km zu Fuß und 54 km Transfer per Bus nach Nazare‘
Höhenmeter: ↗️ 0 hm ↘️ 0 hm
Wetter: sonnig und warm bei 24 °C
Wir schlafen aus und bedienen uns dann am wunderbaren, reichhaltigen Frühstücksbuffet in unserem first class Hotel.
Danach gehen wir ein letztes Mal zum großen Platz, der vorne von der Ufo-ähnlichen Basilika der „Heiligen Dreifaltigkeit“ und hinten von der Basilika „unserer lieben Frau vom Rosenkranz“ begrenzt ist.
Wir gehen noch mal in beide hinein und stellen fest, dass jetzt am Wochenende deutlich mehr los ist, als am Donnerstag und Freitag.
Lange Warteschlangen haben sich an den Gräbern und am Feuer sowie am Kerzenstand gebildet.
Jetzt wird es Zeit für uns zu gehen.
Wir schlendern zum Busbahnhof und nehmen die Linie 59 nach Nazaire.
Früher war diese Stadt der bedeutendste Wallfahrtsort in Portugal, ehe ihr 1917 Fatima den Rang abgelaufen hat.
Heute ist Nazare ein Badeort und weltbekanntes Surf-Paradies.
Der Leuchtturm auf den Klippen fungiert als „Finistere Portugals“.
Wir steigen aus dem Bus aus und finden bereits nach wenigen Metern ein kleines Hotel, in das wir einchecken.
Es bietet wenig Luxus, aber einen unschlagbaren Meerblick vom Balkon aus.
Wir legen unsere Sachen ab und gehen sofort zum Strand.
An der Wasserkante spazieren wir bis zu den Klippen, wo wir auf einer Bank mit einem Bier in der Hand, den Sonnenuntergang abwarten.
Danach wird es schlagartig dunkel und kühl.
Auf dem Rückweg zum Hotel essen wir Calamari und lassen den Abend auf unserem schönen Balkon mit Meerblick und Sternenhimmel ausklingen. Keine einzige Wolke ist zu sehen.
Morgen geht’s dann hinauf auf die Klippen.
Tag 12
Datum: 3.11.204
Etappe: Sightseeing in Nazaré Sitio
Gelaufen: 9 km zu Fuß und 2 X 500 m mit der Kabelbahn
Höhenmeter: ↗️ 200 hm ↘️ 200 hm
Wetter: heiter bis wolkig bei 22 °C
Wir schlafen lange, gehen dann zum Busbahnhof, um für morgen die Tickets nach Lissabon zu kaufen, und anschließend gibt’s Frühstück an einer Strandbar.
Auf dem Weg zur Kabelbahn, die uns ziemlich steil in die Altstadt Sitio hinauf bringt, besichtigen wir das Surf Museum von Nazare.
Außerdem kommen wir an Ständen mit Trockenfisch vorbei, welche hier eine lange Tradition haben. Hinter den Ständen kann man sehen, wie die Fische auf Netzen ausgelegt, gesalzen und somit durch Trocknung haltbar gemacht werden.
Für dieses Verfahren eignen sich besonders die Fische: Stöcker, Sardinen, Petermännchen, Dornhaie und Tintenfische. Gleich daneben sind die alten Fischerboote, neu restauriert, zu besichtigen.
Mit der Bahn oben auf dem Felsen angekommen, marschieren wir zur Kirche „Heiligtum unserer lieben Frau aus Nazareth“.
An dieser Stelle hat, der Legende nach, 1132 n.Chr. die Madonna einen jagenden Freiherren vor dem Absturz über die Klippen gerettet. Zum Dank ließ er ihr hier eine Kapelle bauen.
Im 18. Jahrhundert wurde daneben eine stattliche Kirche gebaut, die seither als größter Wallfahrtsort in Portugal fungiert.
Bis 1917 das Wunder von Fatima geschah, und seither nun alle dorthin pilgern.
Die alte Sakristei der Kirche wurde mit 6500 Fliesen aus den Niederlanden in hellem Blau ausgekleidet.
Zudem sollte sich hier eine hölzerne Marienstatue, die aus Nazareth stammt und um die Zeit Christi Geburt geschnitzt wurde, befinden.
Wir müssen ganz schön lange suchen, ehe wir hinter Panzerglas die 30 cm hohe hölzerne Figur finden.
Man hat ihr später noch einen blauen Sandumhang umgehängt und eine goldene Krone aufgesetzt.
Anscheinend war sie Jahrhundertelang in irgendwelchen portugiesischen Höhlen versteckt, wo sie sämtliche Kriege überstanden hat.
Danach begeben wir uns zur zweiten Attraktion des Ortes: die „Big Waves“, das Mekka der Surfer, mit Wellen, die bis zu 30 m hoch werden können.
Dazu gehen wir auf der immer schmaler werdenden Landzunge bis zum Leuchtturm, der auf der äußersten Klippe steht.
Von hier aus hat man den Blick nach links zum ruhigen Badestrand von Nazare und nach rechts zum wilderen Strand Sitio der Surfer.
Die Wellen entstehen auf der rechten Seite der Klippe durch einen Canyon, der unterirdisch so verläuft, dass nur auf dieser Seite hohe Wellen entstehen.
Die Tiefe des Canyons beträgt 5000 m bei einer Länge von 200 km.
In der Zeit von November bis Februar können bei passendem Wetter diese hohe Wellen entstehen.
Heute sind die Wellen eher klein, trotzdem sind einige Surfer im Wasser und wir schauen Ihnen eine Zeitlang zu.
In der Festung unter dem Leuchtturm befindet sich heute ein ganzjährige Ausstellung über berühmte Surfer samt Equipment. Dazu noch einige eindrucksvolle Bilder von den hohen Monster-Wellen.
Mit einem kleinen Snack in der Altstadt beenden wir unsere Sightseeing Tour und begeben uns mit der Kabelbahn wieder nach unten.
Auf dem Weg zum Hotel besorgen wir uns in einem Supermarkt ein kleines Abendessen mit Käse, Salami, Brot und Wein, welches wir auf unserem schönen Balkon bei Meeresrauschen und Sternenhimmel genießen.
Phänomenal, beim betreten des Ladens ist es noch hell, beim Verlassen stockdunkel.
Tag 13
Datum: 4.11.2024
Etappe: von Nazaré nach Lissabon
Strecke.: 7 km gelaufen, 150 km Bustransfer nach Lissabon
Höhenmeter: ↗️ 0 hm ↘️ 0 hm
Wetter: am Morgen sonnig, ab 12 Uhr Regen bei 20 °C
Um 10:00 Uhr verlassen wir unser schönes Domizil und gehen noch einmal in unser Frühstückskaffee von gestern.
Es ist festzustellen, dass heute deutlich weniger Touristen unterwegs sind. Es ist offensichtlich, dass die Bade-Saison nun zu Ende ist, viele Läden und Restaurants schließen und räumen bereits ihren Außenbereich auf, und machen sich winterfest.
Nach einem üppigen Frühstück schlendern wir letztmalig die Strandpromenade entlang, ehe wir dann zum Busbahnhof gehen.
Ich packe unsere Rucksäcke in den Kofferraum, und setzen uns auf unsere reservierten Plätze und genau in diesem Moment fängt es an zu regnen.
Was für ein Timing !
2 Stunden dauert die Fahrt mit Ziel, zentraler Busbahnhof Lissabon.
Wir sind echt froh, dass der Bus in einer Halle stoppt, denn es regnet draußen immer noch in Strömen.
Unterirdisch gelangen wir direkt zur Metro und fahren erst mit der blauen, dann mit der roten Linie zum Flughafen.
Bis wir vom Untergrund an der Oberfläche aufgetaucht sind, hat der Regen aufgehört.
Wir suchen uns eine günstige Unterkunft, fußläufig zum Flughafen. Fündig werden wir in einem Wohnhaus Block, wo wir im neunten Stock ein Zimmer mit Gemeinschafts Bad und Gemeinschaftsküche beziehen.
Der Vermieter ist sehr nett, und gibt uns noch einige Tipps, wo wir einkaufen und wie wir morgen zur Kathedrale gelangen können.
Von dieser brauchen wir nämlich noch einen Stempel, da hier der eigentliche Beginn des Fatima Wegs ist.
Wir sind bekanntlich direkt vom im Norden liegenden Flughafen losgelaufen, die Kathedrale befindet sich ganz im Süden von Lissabon. Bei 3 Millionen Einwohner ist dies eine ganz ordentliche Strecke.
Es beginnt wieder zu regnen, deswegen beschließen wir, im gegenüberliegenden Laden einzukaufen und selbst zu kochen. Lustig, das gleiche Phänomen wie gestern: Beim Betreten des Ladens ist es noch hell, beim Verlassen stockdunkel. Wir sind wohlgemerkt maximal 15 Minuten im Laden.
Wir gehen zurück, und ich beginne sofort zu kochen.
Im T-Shirt, Jogginghose und Käppi auf dem Kopf stehe ich am Herd, während aus dem iPad SWR 3 Musik trällert.
Da kommt unser Vermieter mit zwei weiteren Gästen, mit riesigen Designer Koffern zur Tür herein.
Sie schauen in die Küche, sehen mich und machen sofort auf dem Absatz kehrt, und Verlassen das Hostel, ohne auch nur ein einziges Zimmer angeschaut zu haben.
Auf Nachfrage beim Vermieter bestätigt er mir, dass es tatsächlich an mir gelegen ist, dass die beiden Reissaus genommen haben.
Er bleibt jedoch gelassen, da die Gäste über Booking. com gebucht und bereits bezahlt haben. Er meint, dass war eh nicht das richtige Klientel für sein Hostel.
Man sieht doch an der Bewertung und am Preis, was einen erwartet.
Dieses Haus hat eine Bewertung von 4,8 von 10 („total enttäuschend“) und es kostet für zwei Personen 80 € die Nacht, in einer der teuersten Metropolen Europas.
Hier handelt es sich um ein klassisches Beispiel, wie subjektiv die Bewertungen in einem Buchungsportal sein können.
Für uns sind es 7 von 10.
Warum?
Kostengünstig, Fussläufug zum Flughafen und Küche zum selber Kochen.
Sauber und funktional, ehrlich gesagt, was brauchen wir mehr?
Tag 14
Datum: 5.11.2024
Etappe: Sightseeing-Tour und 1. Etappe in Lissabon
Strecke.: 10 km gelaufen, 10 km Bustransfer zum Ausgangspunkt der 1. Etappe
Höhenmeter: ↗️ 150 hm ↘️ 50 hm
Wetter: am Morgen regnerisch, nachmittags bewölkt
mit sonnigen Abschnitten bei 22 °C
Wir wachen auf und schauen aus dem Fenster und gehen sofort wieder zurück ins Bett, da es stürmt und regnet.
Zweiter Versuch um 11:30 Uhr.
Der Regen hat aufgehört und wir springen aus dem Bett.
Mit der Bus Linie 756 fahren wir zum Ausgangspunkt des „Fatima Weg“, zur großen Kathedrale von Lissabon.
Uns fehlt noch der Streckenabschnitt von hier bis zum Gelände der Weltausstellung ( Parque das Nações)
Ehe wir los marschieren, besichtigen wir noch die Kathedrale, die mittlerweile auch ein Museum ist. Hier erhalten wir den 1. Stempel, wir haben extra in unserem Credencial ein Feld am Anfang freigelassen.
In der Kathedrale besichtigen wir alte Gewänder, Reliquien und Möbel, das alles mehrere Jahrhunderte alt.
Auch steht hier das Taufbecken, an dem anscheinend der heilige Antonius im 12. Jahrhundert getauft worden ist.
Wir bummeln noch ein wenig durch die Altstadt, wo uns immer wieder die historische Straßenbahn Nr. 28 begegnet, die bis hinauf zum Campo de Ourique fährt.
Wir sehen einige Kirchen und Türmchen, unzählige Bars und Läden. Tausende von Touristen.
Durch die engen Straßen und die vielen Sehenswürdigkeiten ist die Altstadt proppenvoll. Zudem wird man ständig von den Autorischka Tuk-Tuk Fahrern angesprochen, ob man nicht irgendwo hin gefahren werden möchte.
Die Vermutung liegt nahe, dass viele Touristen von dem riesigen Kreuzfahrtschiff, MSC Orchestra, welches im Hafen vor Anker liegt, kommen.
Wir entfliehen den Massen, und laufen zum Hafen und nehmen erst mal ein Sonnenbad im Liegestuhl.
Im Anschluss schauen wir uns das große Kreuzfahrtschiff „MSC Orchestra“ aus der Nähe an. Wie ein Hochhaus liegt es vor uns mit 16 Decks, 1.275 Kabinen und Platz für 2.550 Passagiere. Dazu kommen noch 987 Besatzungsmitglieder.
Echt gigantisch.
Gleich daneben liegt ein weiteres Passagierschiff im Hafen. Ein 4 Master-Segelboot „W. Star“. Wesentlich kleiner, aber dennoch stattlich.
Wir laufen am Containerhafen vorbei, immer in Richtung Park, dabei ziehe ich ein wenig das Tempo an. Bis dato haben wir etwas getrödelt, und es liegen noch 6 km, immer am Tejo entlang, vor uns. Wir schaffen es grad so bis Einbruch der Dunkelheit.
In unserer Unterkunft angekommen, essen wir die Reste von gestern und gehen anschließend in die Sportsbar im Flughafenhotel nebenan, um das Champions-League Spiel Lissabon - Manchester City anzuschauen.
In der Stadt sind wir auf einige englischeFußballfans getroffen.
Morgen geht’s in aller Frühe zurück nach Hause.
Eine weitere schöne und spannende Reise ist vorbei.