_______________________________________________________________________________________
Tag 31 12.09.2018
Von Patras Stadt nach Psathopirgos
Gelaufen 20 km
Reine Gehzeit 6 Stunden
Wetter: locker bewölkt bei 26 Grad, permanenter Gegenwind
Unsere erste selbst zusammengestellte Etappe in Griechenland verläuft nahezu problemlos. Wir müssen lediglich einmal einen Hang hochkrappeln, zweimal über einen Zaun steigen und nur ein kurzes Stück auf der Autobahn entlang laufen. Wohl gemerkt hinter der Leitplanke, alles easy. Die Strecke zeigt sich kurzweilig, zu Anfang geht’s zur Stadt hinaus, später hin und wieder durch kleinere Dörflein wo wir auch rasten können. Zu unserer Orientierung laufen wir immer zwischen Küste und Autobahn. Diverse Hindernisse wie bereits oben erwähnt werden problemlos überwunden. Dass die Strecke durch Griechenland eine Wundertüte ist, war uns von vornherein klar, da es hier keine Route gibt an die wir uns halten können. Am Zielort angekommen laufen wir sofort zum Strand. Wir sind begeistert und möchten am liebsten gleich ins Meer springen. Aber wir brauchen zuerst eine Bleibe für die heutige Nacht. Das Appartement- Haus direkt am Strand gefällt uns beiden sehr, es gibt allerdings keine Reception. Wir fragen andere Urlauber, die meinen, man kann es nur telefonisch buchen und auch nur wochenweise. Während wir noch da stehen und miteinander plaudern kommt wie durch ein Wunder der Besitzer um die Ecke.
Ich erkläre ihm mit meinem schon ganz ordentlichen griechisch unsere Situation, und er überlässt tatsächlich ein Appartement für eine Nacht und das auch noch zum Pilgerpreis.
Schnell legen wir unsere Sachen ab und dann geht’s ab ins Meer. Das Abendessen gibt’s im 1 km entfernten Hafen welchen wir über die Strandpromenade erreichen. Heute richtig griechisch - juhu !!
Tag 32 13.09.2018
Von Psathopirgos nach Aigion
Gelaufen 23 km
Reine Gehzeit 6 Stunden
Wetter: sonnig und wolkenlos bei 26 Grad und permanenter hässlicher Gegenwind
Mit großem Bahnhof werden wir verabschiedet. Besitzer, Hausdame und die Gäste von gestern versammeln sich alle vor dem Haus und verabschieden uns lautstark. Zurück auf der Strecke stellen wir fest, dass neben der mäßig befahrenen Straße ( Old National Street), die wir zu gehen haben, eine neue Straße gebaut wird. Dies machen wir uns zu Nutze, und laufen nahezu den ganzen Tag, bis auf kurze Unterbrechungen, auf der bereits befestigten Schotterstraße. Und das alles ohne Verkehr. Lediglich hier und da begegnet uns ein Baufahrzeug beziehungsweise wird an einzelnen Streckenabschnitten gearbeitet. Nur einmal müssen wir unsere Kletter-Künste beim Übersteigen von Werkzeugen, Holzbalken, Betonblöcken und Schaltafeln unter Beweis stellen. Die Bauarbeiter nehmen keine große Notiz von uns beziehungsweise winken uns einfach durch, immer in Richtung Korinth. Kurz vor erreichen unseres Zielortes müssen wir die Baustelle über einen Notabstieg verlassen, da wir sonst am Ort vorbei laufen. Dies ist eine unserer leichtesten Übungen. Vor den Toren der Stadt Aigion haben wir zwei Möglichkeiten weiter zu laufen: nach links in Richtung Strand und Hafen , immer an der Promenade entlang, oder nach rechts, den Berg hinauf, in Richtung Zentrum.
Wir entscheiden uns für die Strandvariante, in der Hoffnung auf schöne Beachhotels.
Wir laufen die komplette 2,5 km lange Strandpromenade entlang und treffen auf kein einziges Hotel, Campingplatz oder sonstige Hinweise auf Übernachtungsmöglichkeiten. Das ist schon hart, mit dem haben wir wirklich nicht gerechnet, zumal es sich um eine größere Stadt handelt.
Am Ende der Promenade angekommen fragen wir eine Passantin nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Sie gibt uns zur Antwort, es gibt in der ganzen Stadt nur ein einziges Hotel, und das befindet sich unglücklicherweise oben am Berg. Zum Glück bietet sie uns an uns dort hin zu fahren. Sie fährt tatsächlich alles wieder zurück bis zum Abzweig. 2,5 mühsam erlaufende Kilometer waren für die Katz. Sabine kriegt die Krise. Nach weiteren 2 km den Berg hinauf ladet Sie uns direkt vor dem Hotel ab. Wir checken ein, essen noch Suflacki mit viel Zaziki und werden morgen sehen wie wir wieder unseren Weg finden.
Tag 33 14.09.2018
Von Aigion nach Diakopto
Gelaufen 18 km
Reine Gehzeit 5 Stunden
Wetter: bewölkt bei 24 Grad
Da wir bereits auf dem Berg sind, beschließen wir, erstmal oben zu bleiben. Immer entlang der Old National Road, die hier kilometerlang einen Bürgersteig hat, was für ein Luxus. Bei Kilometer sieben steht linker Hand eine kleine Kirche. Das Tor zum Hof ist offen, doch die Türe zur Kirche ist verschlossen. Schade, wir wollten uns einen weiteren Tagesstempel holen.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist eine Bar sowie eine Farmacia. Ich gehe in die Farmacia und besorge mir Ohrentropfen, Sabine geht in die Bar und trinkt schon mal Kaffee. Am Nebentisch sitzen zwei Priester in fröhlicher Runde mit ein paar Einheimischen. Kein Wunder ist die Kirche geschlossen. Die fröhliche Runde sucht sofort das Gespräch mit Sabine, mit der Frage nach dem Woher und Wohin . Gut dass ich gleich dazu komme, denn Sabine ist ja bekanntlich der griechischen Sprache nicht mächtig. Ich trage unser Anliegen vor, und einer der Einheimischen antwortet auf Deutsch. Super! Die Priester studieren unsere Pilgerpässe, und einer von ihnen rennt kurz zurück zur Kirche um sie abzustempeln. Die Runde am Nebentisch löst sich danach relativ schnell auf, während wir noch ein wenig rasten. Als wir bezahlen möchten bekommen wir die Antwort, dass unsere Rechnung bereits vom lustigen Nebentisch beglichen worden ist. Eferista.
Nach der Pause wechseln wir die Route nun in Richtung Strand. Der Weg führt durch Niemandsland, kleine Olivenplantagen sowie kleinere Ortschaften und trifft schließlich ans Meer. Wir laufen entlang der kleinen Strandstrasse in Richtung Zielort. An einem Camper- Parkplatz treffen wir auf mehrere deutsche Wohnmobile.
Während wir uns mit einem Ehepaar aus Konstanz unterhalten, kommt plötzlich Andreas aus Dresden dazu, den wir heute Morgen mit seiner Frau schon einmal kurz an einer Tankstelle gesprochen haben. Spontan laden er und seine Frau Carla uns zu sich am Wohnmobil zu einer Gemüsesuppe ein. Das hervorragende Menü wird abgerundet durch Wassermelone, Apfelsaft- Schorle, Kekse und Kaffee. Und das alles vor einer grandiosen Kulisse direkt am Meer. Die Aktion kam von Herzen und war einfach richtig schön und lecker. Dankeschön.
Wir verweilen ca. 1 Stunde bei den Beiden, ehe wir gestärkt die letzten 2,5 km zu unserem Ziel „Hotel Panorama“ zurücklegen.
Ursprünglich wollten wir weitere 4 km gehen, aber Sabine schwächelt heute ein wenig. Für die nächsten Tage ist ein Ruhetag geplant.
Tag 34 15.09.2018
Von Diakopto nach Egira
Gelaufen 16 km
Reine Gehzeit 4 Stunden
Wetter: wolkenlos bei 25 Grad
Ein neuer Tag, neues Glück. Erwähnenswert ist heute das nette kleine Frühstück auf der Hotelterrasse direkt am Meer. Spiegelei, Joghurt mit Honig, Brot, Butter und Marmelade, dazu frisch gepresster Orangensaft und guten Kaffee. Einfach mit Liebe zubereitet und serviert.
Heute geht’s entlang der alt bekannten Old National Road. Und die geht heute irgendwie immer bergauf. Und das obwohl wir zweimal direkt am Meer rasten. Schon seltsam.
Die erste Rast erfolgt in einer kleinen Taverne, wo wir eigentlich nur kurze 10 Minuten bleiben wollen, da wir erst bei Kilometer fünf angelangt sind.
Aus 10 wurden aber schließlich 60, da am Nebentisch eine nette Familie aus Berlin ebenfalls zum Kaffee trinken vorbeischaut und wir uns prächtig mit Ihnen unterhalten. Wir lachen viel und zum Schluss gibt’s noch ein Sofortbild mit der Polaroid Kamera. Schon früher der Hit und heute demnach wieder in, wie wir erfahren. Ich wollte den Kellner fragen, ob er ein Bild von uns allen mit meinem iPad machen könnte, da weißt mich Alexander darauf hin, dass das iPad auch über eine Selbstauslöserfunktion verfügt. Das kann ich ja nicht wissen, ich hab es ja erst seit fünf Jahren.
Alexander baut alles auf und stellt alles ein, und tatsächlich es hat funktioniert.
Vielen Dank an die Familie Wenzke für die nette Unterhaltung und den Kaffee.
Am Zielort angekommen steuern wir als erstes einen Bankomat an, da unser Bargeld nahezu aufgebraucht ist. Gestern sind wir nach dem Abendessen extra 1,5 km ins Stadtzentrum zurück gelaufen um Geld zu ziehen, aber leider war der Automat leer.
Heute haben wir mehr Glück und die Geldbörse ist wieder proppenvoll.
Wir mieten uns in einem kleinen Apartment direkt am Meer ein, mit schöner Sicht über die ganze Bucht. Die Sachen werden abgelegt und dann sofort rein ins kühle Nass!
Tag 33 14.09.2018
Von Aigion nach Diakopto
Gelaufen 18 km
Reine Gehzeit 5 Stunden
Wetter: bewölkt bei 24 Grad
Da wir bereits auf dem Berg sind, beschließen wir, erstmal oben zu bleiben. Immer entlang der Old National Road, die hier kilometerlang einen Bürgersteig hat, was für ein Luxus. Bei Kilometer sieben steht linker Hand eine kleine Kirche. Das Tor zum Hof ist offen, doch die Türe zur Kirche ist verschlossen. Schade, wir wollten uns einen weiteren Tagesstempel holen.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist eine Bar sowie eine Farmacia. Ich gehe in die Farmacia und besorge mir Ohrentropfen, Sabine geht in die Bar und trinkt schon mal Kaffee. Am Nebentisch sitzen zwei Priester in fröhlicher Runde mit ein paar Einheimischen. Kein Wunder ist die Kirche geschlossen. Die fröhliche Runde sucht sofort das Gespräch mit Sabine, mit der Frage nach dem Woher und Wohin . Gut dass ich gleich dazu komme, denn Sabine ist ja bekanntlich der griechischen Sprache nicht mächtig. Ich trage unser Anliegen vor, und einer der Einheimischen antwortet auf Deutsch. Super! Die Priester studieren unsere Pilgerpässe, und einer von ihnen rennt kurz zurück zur Kirche um sie abzustempeln. Die Runde am Nebentisch löst sich danach relativ schnell auf, während wir noch ein wenig rasten. Als wir bezahlen möchten bekommen wir die Antwort, dass unsere Rechnung bereits vom lustigen Nebentisch beglichen worden ist. Eferista.
Nach der Pause wechseln wir die Route nun in Richtung Strand. Der Weg führt durch Niemandsland, kleine Olivenplantagen sowie kleinere Ortschaften und trifft schließlich ans Meer. Wir laufen entlang der kleinen Strandstrasse in Richtung Zielort. An einem Camper- Parkplatz treffen wir auf mehrere deutsche Wohnmobile.
Während wir uns mit einem Ehepaar aus Konstanz unterhalten, kommt plötzlich Andreas aus Dresden dazu, den wir heute Morgen mit seiner Frau schon einmal kurz an einer Tankstelle gesprochen haben. Spontan laden er und seine Frau Carla uns zu sich am Wohnmobil zu einer Gemüsesuppe ein. Das hervorragende Menü wird abgerundet durch Wassermelone, Apfelsaft- Schorle, Kekse und Kaffee. Und das alles vor einer grandiosen Kulisse direkt am Meer. Die Aktion kam von Herzen und war einfach richtig schön und lecker. Dankeschön.
Wir verweilen ca. 1 Stunde bei den Beiden, ehe wir gestärkt die letzten 2,5 km zu unserem Ziel „Hotel Panorama“ zurücklegen.
Ursprünglich wollten wir weitere 4 km gehen, aber Sabine schwächelt heute ein wenig. Für die nächsten Tage ist ein Ruhetag geplant.
Tag 35 16.09.2018
Von Egira nach Xylokastro
Gelaufen 26 km
Reine Gehzeit 7 Stunden
Wetter: wolkenlos und warm bei 26 Grad
Bereits um 8:00 Uhr sind wir heute Morgen im griechisch orthodoxen Gottesdienst. Ist natürlich aus unserer Sicht eine total andere Welt. Ohne Unterbrechung singt einer der fünf Vorsänger oder der Pfarrer, der permanent den Weihrauchkübel schwenkend hin und her läuft. Interessant dabei ist, dass sich der Altarraum hinter einer Wand befindet und nur durch eine kleine Tür Einblick gewährt. Pfarrer und Gemeinde sind somit total voneinander getrennt. Leider verstehen wir inhaltlich gar nichts. An bestimmten Stellen bekreuzigen sich alle Kirchengänger 5-10 mal hintereinander. Die ganze Zeremonie sollte sich bis zu 3 Stunden hinziehen. Nach einer halben Stunde sind wir fix und fertig, zumal die Lautsprecher auch unheimlich laut eingestellt sind. Wir zünden noch zwei Kerzen an und verlassen dann unauffällig die Kirche. ( so unauffällig wie es eben geht, mit Wanderstöcken und proppevollen Rucksäcken auf dem Rücken )
Nach einem kurzen Frühstück geht’s dann auf die Strecke. Die Old National Road führt heute komplett am Meeresufer entlang. Da auf diesem Streckenabschnitt auch bereits die New National Road fertig gestellt ist, ist auch kaum Verkehr. Dies ist wunderbar, keine vorbei rasende Autos und ständig kleine Dörfer mit Rastmöglichkeiten. Wir rasten zweimal ausgiebig, und ich springe jedes Mal ins Meer. Im vorgesehenen Zielort angekommen, finden wir keinerlei Übernachtungsmöglichkeiten. Weder Campingplatz nach Hotels, Appartments noch Ferienwohnungen treffen wir an. Laut Booking com gibt es die nächste Übernachtungsmöglichkeit im 5 km entfernten Xylokastro. Somit bleibt uns nichts anderes übrig als weiter zu laufen. In der Stadt angekommen buchen wir uns in einem Antiquitätenhotel , Strand- und Zentrumsnah ein und bekommen zum Übernachtungspreis noch eine Waschmaschinen- und Trocknerfüllung. Coole Sache !
Wir sind voll im Plan und erreichen in zwei Tagen Korinth ( hoffentlich). Griechenland geht rasend schnell an uns vorbei, obwohl wir keine Riesenetappen machen und ziemlich langsam unterwegs sind.
Und jetzt geht’s zum Essen, ich hab richtig Hunger!
Tag 36 17.09.20
Von Xylokastra nach Nerantza
Gelaufen 18 km
Reine Gehzeit 5 Stunden
Wetter: wolkenlos und heiss bei 30 Grad
Das mit dem Wäscheservice gestern hat sich zum Desaster entwickelt. Als wir am Abend vom Essen zurück kommen, ist die Rezeption nicht mehr besetzt und die Waschküche abgeschlossen. Somit erhalten wir die Wäsche gestern nicht mehr, sondern erst heute Morgen. Sabine ist erbost. Bereits um 7:30 Uhr geht sie zur Rezeption um die Wäsche abzuholen. Sie macht den Trockner auf und die Wäsche ist wie befürchtet noch immer nass. Der Trockner wird vom Rezeptionisten noch auf eine eine weitere Stunde eingestellt und Sabine kommt wutentbrannt zurück ins Zimmer. Ich verstehe die Aufregung nicht, und möchte zurück ins Bett. Dies trägt nicht gerade zu Beruhigung von Sabine bei. Sie scheucht mich auf und wir gehen zwischenzeitlich zum Frühstücken in die Stadt. Als wir zurückkommen geht Sabine sofort in die Waschküche – Wäsche immer noch nicht trocken! Na prima. Sabine räumt den Trockner aus und wir hängen alles eine weitere Stunde auf den Balkon in die Sonne. Somit können wir erst um 10:00 Uhr starten. Die Strecke ist heute super abwechslungsreich. Straße, Dörfer, Strandpromenade, National Road und sogar ein kleines Kiefer-Waldstück ist dabei.
Bei einer unserer drei Pausen werden wir heute zum ersten Mal von einer Frau in perfektem Englisch als Nazis beschimpft. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von ihr als Hund sowie Tochter von Adolf Hitler bezeichnet. Wir gehen auf keinerlei Diskussionen ein, packe zusammen und verschwinden möglichst schnell.
Wir nehmen es möglichst gelassen hin, und lassen uns unsere gute Laune nicht verderben.
Bei unserer nächsten Rast buchen wir via Bookingcom gleich ein Zimmer im Zielort, um Situationen wie die Gestrige zu vermeiden.
Wenige Kilometer vor dem Ziel, wird die Gegend etwas unsympathisch. Viel Müll auf der Straße und ein paar wenige Häuser, die gut von Kampfhunden bewacht werden. Alle Hunde sind Gottseidank hinterm Zaun, trotzdem haben wir ordentlich Respekt, da sie äußerst aggressiv bellen, knurren und am Zaun hochspringen. Und außer uns kein Mensch weit und breit. Als wir um die nächste Kurve laufen, trauen wir unseren Augen nicht, wir stehen direkt vor unserem Hotel und das in dieser fürchterlichen Gegend. Es hilft alles nichts, gebucht ist gebucht, Augen zu und durch.
Drinnen angekommen sind wir mehr als überrascht. Das Hotel ist wunderschön, ein herzlicher Empfang und es verfügt sogar über einen Privatstrand. Beim einchecken unterhalten wir uns ein wenig mit der Empfangsdame, und als sie hört woher wir kommen und wohin wir gehen gewährt sie uns noch ein Upgrade. Großes Zimmer mit Balkon und Meerblick. Wir sind begeistert.
Das Hotel ist wirklich wie eine Oase in dieser öden und unfreundlich wirkenden Umgebung.
Es ist klar, dass wir das Haus heute nicht mehr verlassen. Wir finden ja alles vor, was wir brauchen: Strand, Meer, Restaurant, freundliche Leute und ein schönes Zimmer.
Nachdem dem Baden gönnen wir uns im Strandsack liegend noch einen Cocktail , bis ein Sturm aufzieht, der uns vom Strand vertreibt. Wir ruhen noch ein bisschen in unserem schönen Zimmer, bevor wir zum Essen gehen.
Tag 37 18.09.20
Von Nerantza nach Korinth
Gelaufen 15 km + 3 km mit dem Wohnmobil
Reine Gehzeit 4 Stunden
Wetter: wolkenlos und heiss bei 28 Grad
Bereits um 8:00 Uhr sind wir im Frühstücksraum, doch das Buffet wird erst ab 8:30 Uhr geöffnet. Wir warten eine halbe Stunde und stürzen uns dann auf das durchaus ausbaufähige Buffet. Um 9:00 Uhr stehen wir auf der Strecke und sehen bereits unser Tagesziel Korinth in weiter Ferne. Na dann, nichts wie hin. Die Strecke meint es heute gut mit uns, und führt uns immer auf kleinen Strandsträsschen oder an der Uferpromenade entlang. Wenig Kilometer vor Korinth müssen wir doch noch auf die Old National Road wechseln, die uns als erstes an einer großen Einkaufs-Mal vorbei führt.
Da es einen großen Wanderladen gibt biegen wir kurz ab, um uns neue Gummis für die Stöcke zu kaufen. Sabine schimpft immer, ich wäre der Gummikiller, da ich dreimal so viele Gummis benötige als sie. Dies liegt aber auch an meinem Laufstiel, da ich dreimal intensiver laufe als Sabine. Am Laden angekommen sehen wir, dass die Eingangstür geschlossen ist mit der Nachricht „ Neueröffnung am 1. November 2018“. An diesem Tag befinden wir uns bereits wieder auf unserer Rückreise.
Unverrichteter Dinge biegen wir wieder auf die Old National Road ein, wo das Verkehrsaufkommen immer dichter wird. Logisch, es ist die einzige Straße die nach Korinth hinein führt. Wir überlegen ob wir zurück zur Bushaltestelle laufen sollen, um mit dem Bus in die Stadt hinein zu fahren, da es keinen Seitenstreifen gibt und es uns ziemlich gefährlich erscheint, hier zu laufen. Just in diesem Moment hält ein graues Wohnmobil auf dem rechten Fahrstreifen an und Andreas aus Dresden steigt aus und winkt uns zu. Was für eine freudige Überraschung! Solche Zufälle gibt’s doch gar nicht! Die beiden packen uns in ihr Wohnmobil und wir fahren sicher durch die verkehrsreichen Straßen hinein nach Korinth bis zum Hafen. Direkt am Hafenbecken stellt Andreas das Wohnmobil ab, Campingstühle werden ausgepackt und Charla serviert einen kühlen Riesling. Affengeil!!
Nach 1 Stunde verlassen wir die beiden, um ein Zimmer zu suchen, werden uns aber später zum Abendessen in der Innenstadt nochmals mit Ihnen treffen.
Tag 38 19.09.2018
Von Korinth nach Aigio Theodori
Gelaufen 24 km
Reine Gehzeit 6,5 Stunden
Wetter: wolkenlos und heiss bei 28 Grad
Raus aus dem Hotel und sofort immer Richtung Kanal. Bereits um 9:30 Uhr sind wir da und laufen stetig Berg auf, auf einem schönen Schotterweg immer entlang der Wasserstraße von Korinth. Ursprünglich wollten wir mit dem Boot durchfahren, leider gab es aber dazu keine Möglichkeit.
2-3 Fakten zum Kanal: seit der Antike wird versucht, mittels einer Wasserstraße den Korinthischen Golf mit dem Saronischen Golf zu verbinden, was einer Streckeneinsparung für die Schifffahrt von 400 km rund um das Pelepones bedeutetet. Gelungen ist dies erst 1893 nach der Erfindung des Dynamits.
Die Länge beträgt 6,3 km, die Breite ist 24 m, die Wassertiefe beträgt 8 m und die Uferhöhe beträgt bis zu 76 m. Auf dieser Höhe laufen wir einige Kilometer an der Kanalkante entlang. Weit und breit kein Mensch, keine Absperrung, kein Geländer, dafür beeindruckende Blicke in die Tiefe auf das türkisfarbene Wasser und die senkrechten Uferwände.
Ein sagenhaftes Erlebnis, wahrscheinlich ein schönerer Anblick als vom Boot aus.
Am anderen Ende des Kanals angekommen, nutzen wir die Fußgängerbrücke um den Kanal zu überqueren und verlassen somit das Pelopones und erreichen griechisches Festland. Hier treffen wir auf viele Busse und Tagestouristen und auch auf zwei Radfahrer aus München, mit denen wir uns ein wenig unterhalten. Auf der anderen Seite der Brücke ist die Hölle los. Autobahnkreuz, Hauptstraßen, hohes Verkehrsaufkommen, Raffinerien, Fabriken und riesige Öltanker vor der Küste erwartet uns. Nach einer kurzen Rast stürzen wir uns ins Getümmel. Prompt verlaufen wir uns, und stehen auf einmal mitten auf dem Autobahnzubringer in Richtung Athen. Schleunigst klettern wir über die Leitplanke, laufen über ein Tunneldach bis zur andere Seite der Autobahn auf die Landstraße.
Diese verfügt über einen breiten Seitenstreifen und wir laufen tatsächlich 13 km lang immer geradeaus, bedingt durch die Industrie gibt es keine Altrrnative. Fußgänger sind hier definitiv nicht vorgesehen. Augen auf und durch. Schließlich erreichen wir unser Tagesziel und erst dort wechseln wir auf die Strandpromenade und bemühen uns um eine Unterkunft. Dies ist leichter gesagt als getan, denn auch hier ist die Saison bereits zu Ende und viele Hotels haben geschlossen. Erst weitere 3 km außerhalb vom Ort finden wir ein offenes Hotel. Hier ist es sehr schön, mit eigenem Strand , Hotelbar und Restaurant im Hause. Mir machen richtig die Flossen weh!
Selbstverständlich Bade ich heute wieder ausgiebig im Meer, Sabine hat keine Zeit, sie macht heute die große Wäsche.
Tag 39 30.09.2018
Von Aigio Theodori nach Kinetta
Gelaufen 10 km
Reine Gehzeit 3 Stunden
Wetter: wolkenlos und warm bei 26 Grad
Heute Morgen kommen wir nicht in die Gänge. Wir stehen erst um 8:30 Uhr auf und verweilen anschließend noch eineinhalb Stunden beim umfangreichen Frühstücksbuffet auf der Terrasse mit Blick aufs Meer. Um 11:10 Uhr brechen wir dann endlich auf. Wir laufen heute durch eine Region, die schwer gezeichnet ist von den schweren Waldbränden im vergangenen Juni .Stellenweise hat das Feuer wirklich schwere Schäden verursacht. Überall sind die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange. Häuser, Gärten, Bäume und Autos sind teilweise total verbrannt. Dennoch sind die Menschen freundlich und optimistisch.
Meine schmerzenden Füße und meine lahmende Frau veranlassen mich, bereits nach 10 km eine Unterkunft zu suchen. Wir finden ein hübsches Beach Hotel, das weitgehend von den Bränden verschont geblieben ist. Der Besitzer gewährt uns einen großzügigen Pilgerrabatt. Eferista. Bereits um 15:30 Uhr liegen wir in den Liegestühlen am Strand, aalen uns in der Sonne und unterhalten uns noch ein bisschen mit einer Wienerin, die jetzt in Emmendingen wohnt. Zudem haben wir festgestellt, dass sie auf der gleichen Hotelfachschule ( Altötting ) war wie ich. Und das auch noch zu einem ähnlichen Zeitpunkt . Somit können wir noch ein bisschen über die Lehrer von damals lästern. Auch am Abend verlassen wir unser Hotelresort nicht mehr, und essen gleich hier im Restaurant. Unsere Füße sagen Dankeschön und werden uns morgen mit neuem Elan durch die nächste Etappe tragen.
Tag 40 21.09.2018
Von Kinetta Beach bis Nisi Salamina ( vorgelagerte kleine Insel )
Gelaufen 25 km
Reine Gehzeit 7 Stunden
Wetter: wolkenlos und warm bei 27 Grad
Heute ist Halbzeit, 40 Tage sind wir jetzt schon unterwegs.
Frisch ausgeruht und hochmotiviert begeben wir uns heute zum letzten Mal auf die Old National Road. Die ersten 10 km geht’s immer entlang an der Steilküste bis nach Megara. Wir nutzen die Infrastruktur der großen Stadt um einige wichtige Dinge zu erledigen: Post, Bank, Apotheke und WIFI Kaffee. Gewohnt zielsicher navigiere ich uns durch die Stadt. Wir kommen lediglich vier mal am gleichen Eck vorbei. Irgendwann hält plötzlich ein Auto neben uns und eine Frau mit Fotoapparat springt heraus. Sie fragt uns höflich, ob sie uns fotografieren darf. Wir bejahen und das Fotoshooting beginnt. Von vorne, von hinten, von der Seite, von rechts, von links. Unzählige Male müssen wir uns anders hinstellen. Aber wir machen das gerne. Bestimmt werden wir jetzt berühmt – ich sowieso. Als sie alles im Kasten hat, bedankt sie sich, springt in ihr Auto und fährt davon. Wir folgen unserer Route, immer Stadtauswärts. Kurz vor Stadtende hält die gleiche Frau nochmals neben uns an. Sie benötigt noch ein paar weitere Bilder, speziell Großaufnahmen von unseren Rucksäcken mit den verschiedenen Wimpeln. Für uns kein Problem, wir stellen uns noch mal in Position. Danach verlassen wir aber endgültig die Stadt. Unser nächstes Ziel ist der Fährhafen von Perama, da wir über die vorgelagerte Insel Salamina Piräus erreichen möchten. Wir laufen um die Ecke und die Fähre steht schon bereit. Sofort gehen wir an Board, gönnen uns ein Eis und setzen uns aufs Oberdeck. Wir genießen die zehnminütige luftige Überfahrt in vollen Zügen. Auf der anderen Seite angekommen, dürfen wir noch einige Kilometer laufen, bis wir nach schwieriger Suche eine Bleibe gefunden haben. Heute ist es eine WG, das zweite Zimmer bleibt aber bis jetzt unbesetzt. Mal sehen, was der Abend noch bringt. Vom Strand aus können wir sogar Athen in weiter Ferne sehen. Da wir auf einer Insel sind, wirds heute zum Essen wohl hoffentlich Fisch geben. Morgen werden wir in Piräus einlaufen, ein weiterer großer Meilenstein auf unserer Reise! Dort wird dann unser ganzer Fokus auf der Organisation der Anreise nach Israel liegen. Die Spannung steigt, und die Vorfreude sowieso!